Materialien
Liste der (un)gebräuchlichen Wendungen
Lista (nie)u¿ywanych zwrotów
Lexikon der Jugendsprache
  Lyrische Phonetik  
  Kleiner Polen-Knigge  


 DI Weiterempfehlen

Wenn Du jemandem diese Seite empfehlen möchtest, gib hier seine eMail-Adresse ein!

Je¶li chcesz poleciæ komu¶ tê stronê, wpisz jego adres e-mail




 
 

Die Redenart der Woche - Archiv

Ritter

etwas im Schilde führen

etwas [Unrechtes, Böses] vorhaben: Wenn sie so vergnügt vor sich hin pfeift, führt sie bestimmt etwas im Schilde.
Die mittelalterlichen Turnierritter trugen auf ihren Schilden Abzeichen und Wahlsprüche, die ihre Identität für Eingeweihte kenntlich machten. Auch außerhalb des Turniers verrieten die Wappen, mit denen Schilde und Helme verziert waren, dem Kundigen sofort die Herkunft der gepanzerten Reiter. Welche Farbe oder welches Wappen jemand "im Schilde führte", gab also Auskunft, ob es sich um einen Freund oder einen Feind handelte; man wußte, was man von dem Betreffenden zu erwarten hatte. Darauf geht diese Wendung zurück. Bei der Ausbildung der negativen Bedeutung "etwas Böses vorhaben" hat wohl mitgewirkt, dass der nahende Feind seine Waffen hinter dem Schild verbergen konnte. (DUDEN, Bd. 11)

das Ei des Kolumbus

Beim Festmahl des Kardinals Mendoza für den Admiral Kolumbus nahm dieser ein Ei und fragte, wer von den Anwesenden dieses auf die Spitze stellen könne. Als alle verneinten, nahm der Admiral das Ei und schlug ein Ende platt, woraufhin es stand. (nach Krüger-Lorenzen)
Das Ei des Kolumbus steht als Beispiel für überraschend einfache Problemlösungen ebenso wie das Lösen des gordischen Knotens.

 

Geld stinkt nicht
pecu
nia non olet

Der römische Kaiser Titus Flavius Vespasian hatte die Idee die öffentlichen Toiletten einzurichten und dafür eine Gebühr zu erheben. Als sein Sohn eine Erklärung verlangte antwortete der Kaiser mit dem Legende gewordenen Satz.

seinen Senf dazu geben [müssen]

Bedeutung: sich zu etwas äußern, ohne gefragt zu sein (poln.: wtr±caæ swoje trzy grosze)

Herkunft: Der Senf wurde als Würze von Fleischspeisen schon in der Völkerwanderungszeit verwendet. Aus dem Griech.-Latein. entlehnt gotisch sinap, althochdeutsch senaf. "Den Senf dazu geben" wurde zunächst in der Bedeutung gebraucht: "Durch Witze und Derbheiten ein Gespräch würzen", dann "das schärfste Wort dazu sagen", und schließlich erhielt es einen vrächtlichen Sinn. (nach Heinrich Raab: Deutsche Redewendungen, Wien 1981)

unter aller Kanone

Bedeutung: unter aller Kritik, unter jedem Niveau

Herkunft
:
Hat mit Kanone nichts zu tun , sondern müsste "unter allem Kanon" heißen. Geht zurück auf die Geschichte von einer deutschen Lateinschule, deren Schüler so schlecht waren, daß die Professoren eine Stufenleiter von fünf Zensuren, einen sogenannten Kanon, einführten. Diese Neuerung scheint nicht viel genützt zu haben, denn die Arbeiten fielen weiterhin meist so schlecht aus, daß die Zensur lautete: "sub omni canoni" = unter allem Kanon, was die Schüler scherzhaft mit unter aller Kanone übersetzten.

bei jdm einen Stein im Brett haben

Bedeutung: bei jemandem [große] Sympathien genießen

Herkunft
:
Die Redewendung ist schon ziemlich alt. Einen ersten Beleg findet man in Joh. Agricolas "Sprichwörtersammlung" von 1529. "Ich hab eyn guten steyn im brette". Ursprung der Redensart ist ein Brettspiel: das "Puffspiel" oder auch "Tricktrack".
Im Spiel hat derjenige einen guten Stein im Brett, der zwei nebeneinanderliegende Felder mit seinen Steinen belegt hält, da er dem Mitpieler das Gewinnen erschwert. Ein guter Freund, der einem zur Seite steht wird metaphorisch "als guter Stein im Brett" bezeichnet.

abkupfern

Bedeutung: (ugs. abwertend): unerlaubt übernehmen, abschreiben

Herkunft
:
Das beliebte Synonym für "kopieren" kommt aus der Welt der Kunst. Ein Zeichner fertigt ein Werk an und gibt es an eine Kupferstecher zum Reproduzieren. Der Stich war seit dem ausgehenden Mittelalter die einzige Form ein Kunstwerk zu vervielfältigen. Der Kupferstecher hatte also den Auftrag das Original äußerst exakt nachzuarbeiten also "abzukupfern"

 
der springende Punkt

Bedeutung: der Kern einer Sache

Herkunft
: Die Redewendung ist auf Aristoteles zurückzuführen. Er spricht in einem seiner
Werke davon, dass sich im Weißen des Eies das Herz des werdenden Vogels "als ein Blutfleck" anzeige; dieses Zeichen hüpfe und springe. In einer Übersetzung wurde das Ganze dann mit "quod punctum salit..." als "springender Punkt" wiedergegeben

 

 
das geht auf keine Kuhhaut

Bedeutung: Wenn etwas auf keine Kuhhaut geht, so ist es unerhört, eine richtige Gemeinheit.

Herkunft
: Im Mittelalter dachten die Menschen, der Teufel würde alle Sünden einer Person auf einem Pergament, einer Tierhaut also, festhalten. Für kleine Sünder genügte der Sage nach eine Schafs- oder Kalbshaut, bei einem großen Sünder reichte jedoch nicht einmal eine Kuhhaut aus.  Der erste Beleg für die Redewendung sind die "sermones vulgares" von Jaques de Vitry (vor 1240).


auf dem Holzweg sein

Bedeutung: im Irrtum sein, sich irren: Wenn du glaubst, dass sie es mitmacht, bist du auf dem Holzweg.

Herkunft: In den Wäldern existieren einfache Wege, die nur dem Transport des geschlagenen Holzes dienen. Diese Straßen führen nun aber nicht von Ort zu Ort, sondern enden meist mitten im Wald.


etwas auf die leichte Schulter nehmen

Bedeutung: etwas für unwichtig, leicht und unbedeutend ansehen und deshalb als nebensächlich behandeln. [Auch: etw. auf die leichte Achsel nehmen].

Herkunft:
Das Bild ist vom Lastträger genommen, der die leichten Lasten auf der linken Schulter trug. 

Eselsbrücke

jemandem eine Eselsbrücke bauen

Bedeutung: Eselsbrücke - ein kleiner Spruch, oft ein Reim, mit dem man sich Daten und Fakten besser merken kann.

Herkunft: Esel weigern sich normalerweise beharrlich, auch kleinste Wasserläufe zu durchwaten. Daher baute man oft kleine Brücken, um mit den Lasttieren doch ans Ziel zu kommen. Eine Eselsbrücke ist also ein kleiner Umweg, der ans Ziel führt.

für jn/etwas die Hand ins Feuer legen

Bedeutung: volles Vertrauen zu jm haben, von js Unschuld überzeugt sein, einer Sache vollkommen sicher sein.

Herkunft: Geht auf das mittelalterliche "Feuerurteil" zurück. Der Angeklagte musste, um seine Unschuld zu beweisen, seine Hand eine Zeitlang ins Feuer halten. Der Grad der dabei erlittenen Verbrennungen bestimmte die Schuld oder die Unschuld.


du treulose Tomate

Bedeutung: "Du treulose Tomate" sagt man scherzhaft zu jemandem der unzuverlässig ist, der sich nicht so verhält, wie man es erwartet.

Herkunft: Die Redensart hat ihren Ursprung im ersten Weltkrieg. Italien, an sich mit Deutschland verbündet, hielt sich zunächst ganz aus den kriegerischen Auseinandersetzungen heraus, bis es sich 1915 für die Gegenpartei erklärte. In Italien mit seinem für Tomaten günstigeren Klima wurden seinerzeit schon viele Pflanzen gezogen und ihre Früchte gern verzehrt. In Deutschland waren die "Paradeiser" dagegen noch einigermaßen ungewöhnlich und selten. Außerdem machte zunächst noch mancher Fehlschlag die Kultivierung von Tomaten zu einer unsicheren Sache. Das kam zusammen, und also setzte man die treubrüchigen, tomatenessenden Italiener mit den so unzuverlässigen (weil noch nicht ohne Rückschläge kultivierbaren) Tomaten gleich. Die Redensart von der treulosen Tomate war perfekt.

Quelle: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“, Band 4 von Lutz Röhrig, Herder 1973.

auf keinen grünen Zweig kommen

Bedeutung: es im Leben zu nichts bringen, kein Glück haben.

Herkunft: Die Redensart ist genommen von einem alten deutschen Rechtsbrauch. Wenn jemand ein Grundstück erwarb, erhielt er von dem Vorbesitzer bei der Übergabe als Symbol einen grünen Zweig. Wer also arm und besitzlos blieb, kam nie auf einen grünen Zweig. Geiler von Kaiserberg schrieb um 1500: "Sie mögen nimmer begrünen oder uff grienen Zweig kommen". Der grüne Zweig ist auch das Sinnbild des Gedeihens, des Emporkommens.

durch die Lappen gehen

Bedeutung: entwischen, entkommen, die Absprerrung durchbrechen (uciec, zbiec).

Herkunft: Die Redensart stammt aus der Jägersprache. Um das Wild am Ausbrechen aus dem Jagdrevier zu hindern, wurden bunte Lappen (Tücher) zwischen den Bäumen aufgehängt, vor denen die Tiere zurückscheuten. Oft genug durchbrachen sie in ihrer Todesangst die Absperrung und "gingen durch die Lappen". Seit dem 18. Jh. wird die Wendung auch auf Menschen angewandt.
nach: Krüger-Lorenzen: Das geht auf keine Kuhhaut, München 1983.  

 
 

Home  Gästebuch | Kontakt  
Optimiert für MS Internet Explorer ab  4.0 + Java, Auflösug  800x600 dpi
© Copyright by Maciej Borkowski
Wszelkie prawa zastrze¿one * Alle Rechte vorbehalten